FEMALE LEADERS RULE!

Obwohl rund 46,3% aller Erwerbstätigen in der Europäischen Union im Jahr 2022 Frauen waren, sind diese in Führungsetagen deutlich unterrepräsentiert. Nur etwa jede dritte Führungskraft (35,1%) war weiblich. In Deutschland lag der Anteil der von Frauen besetzten Führungspositionen bei lediglich 28,9%.

Diversität in Führungsteams zeigt eine positive Verbindung zu gesteigerten finanziellen Erträgen: In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass Unternehmen mit diversen Führungsteams deutlich profitabler sind. Europäische Unternehmen mit gemischten Führungsteams haben eine über 60% höhere Wahrscheinlichkeit, überdurchschnittlich profitabel zu sein. Der Effekt hat sich in den Krisenjahren seit 2020 deutlich verstärkt.

Zusätzlich besteht eine Verbindung zwischen einer erhöhten Geschlechtervielfalt in Führungspositionen und einer diversifizierten Belegschaft im gesamten Unternehmen. Eine Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen führt zu einem Anstieg des Anteils von weiblichen Beschäftigten und Führungskräften.

Die Kompetenzen sind da

Eine Studie von Zenger/Folkman zeigt, dass Frauen in 17 von 19 Leadership-Kompetenzen besser abschneiden als Männer. Insbesondere in Eigeninitiative, Belastbarkeit, Selbstentwicklung, Ergebnisorientierung sowie Integrität und Ehrlichkeit zeigen sie ihre Stärken. Im Vergleich zu Männern sind Frauen unter anderem initiativer, belastbarer, erfolgreicher in der Selbstentwicklung, ergebnisorientierter, integrer und ehrlicher. Im Schnitt entwickeln sie Mitarbeiter*innen und Kolleg*innen besser weiter, motivieren und führen klarer und können erfolgreicher Beziehungen knüpfen.

Die positive Entwicklung zur Erhöhung des Frauenanteils in den Vorständen der 160 in DAX, MDAX und SDAX notierten Unternehmen setzt sich fort: 37 Prozent der zwischen September 2022 und September 2023 neu besetzten Vorstandspositionen wurden von Frauen eingenommen. Erstmals überwiegen nun Unternehmen mit Frauen im Vorstand (94) gegenüber Unternehmen mit rein männlich besetzten Vorständen (66). Dennoch haben 71 Unternehmen nach wie vor nur eine einzige Frau im Vorstand, und der Frauenanteil in den Vorständen liegt mit 17,4 Prozent weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist gesetzlich verankert, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene. Auf internationaler Ebene ist die Frauenrechtskonvention der Vereinten Nationen (CEDAW) das wichtigste Instrument zum Schutz und zur Förderung der Rechte von Frauen. Die Unterzeichnung der Konvention verpflichtet die Vertragsstaaten
aktiv zur Förderung der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen. Deutschland hat die Frauenrechtskonvention im Jahr 1985 ratifiziert, wodurch sie den Status eines Bundesgesetzes erlangte.

Gemäß Artikel 3 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes setzt sich der Staat aktiv für die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein und arbeitet daran, bestehende Nachteile zu beseitigen.